Frankfurt festigt seine Position als Europas führender Finanzstandort nach dem Brexit
Frankfurt festigt seine Position als Europas führender Finanzstandort nach dem Brexit
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat die zentrale Rolle Frankfurts in der europäischen Finanzlandschaft bekräftigt. Bei der Jahresveranstaltung der Deutschen Börse AG betonte er das Wachstum und die Widerstandsfähigkeit der Stadt angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen. Seine Äußerungen folgten auf die Grundsatzrede von Bundeskanzler Friedrich Merz bei derselben Veranstaltung.
In den vergangenen fünf Jahren hat Frankfurt seine Position als führender europäischer Finanzstandort gefestigt. Das verwaltete Vermögen stieg um etwa 15 Prozent und erreichte damit über 2,5 Billionen Euro. Dieser Anstieg steht im Kontrast zum Rückgang Londons um 8 Prozent nach dem Brexit und zum Wachstum von Paris um 12 Prozent, das vor allem durch EU-Verlagerungen angetrieben wurde. Frankfurt übertrifft mittlerweile Amsterdam und holt im Hinblick auf die Größe gegenüber Paris auf.
Rhein unterstrich, dass Frankfurt das Rückgrat des europäischen Finanzsystems bilde. Er beschrieb die Stadt als treibende Kraft für Wachstum und Stabilität auf dem gesamten Kontinent. Ihre Fähigkeit, Handelskonflikte und wirtschaftliche Belastungen zu meistern, war ein zentraler Punkt seiner Rede.
Er lobte die Zusammenarbeit zwischen der hessischen Landesregierung und den Bundesbehörden. Das "Finanzplatzkabinett", eine gemeinsame Initiative, nannte er als Beleg für die effektive Teamarbeit regionaler Akteure. Rhein würdigte zudem aktuelle Maßnahmen der Bundesregierung, wie das Standortförderungsgesetz und Anreize für den vorzeitigen Ruhestand, als Schritte, die Frankfurts Stellung stärken.
Um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern, forderte Rhein weniger Bürokratie und eine schnellere Digitalisierung. Er rief sowohl nationale als auch EU-Politiker auf, Meldepflichten zu vereinfachen und ein vorhersehbareres wirtschaftliches Umfeld zu schaffen. Sein Ziel ist es, die Belastung für Unternehmen zu verringern und so mehr Investitionen in der Region zu fördern.
Rheins Vision geht über Frankfurts aktuellen Erfolg hinaus. Er stellte die Stadt als Eckpfeiler der europäischen Souveränität dar – unverzichtbar für langfristigen Wohlstand. Sein Engagement umfasst die Stärkung von Innovation und Leistung, um den Finanzstandort in einem sich wandelnden globalen Markt an der Spitze zu halten.
Frankfurts Aufstieg zur Finanzmacht wird durch konkretes Wachstum bei den verwalteten Vermögen und strategische politische Unterstützung gestützt. Die Stadt zählt nun zu den führenden Finanzzentren Europas und liegt in puncto Größe nur noch hinter Paris. Rheins Zusagen, Bürokratie abzubauen und digitale Reformen voranzutreiben, zielen darauf ab, ihre Zukunft als zentraler Akteur in der europäischen Wirtschaft zu sichern.
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