Flaschenpost von 2015 hält eine uralte Seefahrer-Tradition lebendig

Paul Fischer
Paul Fischer
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Eine Schwarz-Weiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit der Inschrift "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.Paul Fischer

Flaschenpost von 2015 hält eine uralte Seefahrer-Tradition lebendig

Eine Flaschenpost, die 2015 von einem Kreuzfahrtschiff aus auf die Reise geschickt wurde, hält eine uralte Tradition am Leben. Die Praxis reicht Jahrhunderte zurück – Seefahrer, Entdecker und sogar Wissenschaftler vertrauten treibenden Flaschen an, um Botschaften über die Meere zu tragen. Eine der frühesten dokumentierten Anwendungen stammt von keinem Geringeren als Christoph Kolumbus selbst.

Die Idee, eine Nachricht in eine Flasche zu stecken und dem Meer zu überlassen, ist fast so alt wie die Schifffahrt selbst. Schon die alten Griechen und Römer verschickten auf diese Weise Botschaften – mal zur Kommunikation, mal zur Spionage. Wer die falsche Flasche öffnete, riskierte unter Umständen sein Leben, wenn sie geheime Informationen enthielt.

Im Jahr 1493 wurde Kolumbus zur ersten historisch belegten Persönlichkeit, die eine Flaschenpost nutzte. Er hielt darin die Entdeckung Amerikas fest und hinterließ so eine Spur seiner Reise. Jahrhunderte später weckte die Methode das Interesse der Forschung.

Zwischen 1864 und 1936 setzte das Deutsche Hydrographische Institut rund 5.000 Flaschen im Ozean aus. Ihr Ziel: Meeresströmungen zu erforschen und die See zu kartografieren. Von den insgesamt etwa 80.000 Flaschen, die das Institut später auf die Reise schickte, wurden rund 25.000 geborgen und den Wissenschaftlern zurückgeschickt.

Erst kürzlich, am 23. Oktober 2015, fügten Jörg und Cornelia Wanke der Tradition ihre eigene Botschaft hinzu. Sie warfen eine Flasche von der Star Flyer, einem viermastigen Barkentiner-Schulschiff, während einer Fahrt zwischen Madeira und Gran Canaria ins Meer.

Die Nachricht der Wankes reiht sich ein in die lange Kette treibender Flaschen, von denen jede eine Geschichte trägt. Von antiken Seefahrern bis zu modernen Forschern – die Methode diente den unterschiedlichsten Zwecken: der Kommunikation, der Wissenschaft und mitunter sogar dem Überleben. Zwar hat sich die Technik weiterentwickelt, doch der schlichte Akt, Worte ins Ungewisse zu schicken, bleibt eine zeitlose Gepflogenheit.

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