Michel Friedmans radikaler Bruch mit der CDU nach 42 Jahren Parteitreue
Michel Friedmans radikaler Bruch mit der CDU nach 42 Jahren Parteitreue
Michel Friedman ist seit langem eine prägende und zugleich polarisierende Figur im deutschen öffentlichen Leben. Mit scharfem Verstand und kompromisslosen Ansichten hat er Debatten in Recht, Politik und Medien mitgeprägt. Sein Austritt aus der CDU im Januar 2025 markierte einen weiteren kühnen Schritt in einer Karriere, die von Konfrontation und Überzeugung geprägt ist.
Geboren in Paris, zog Friedman 1965 nach Frankfurt, wo er sich als unermüdlicher Netzwerker und Provokateur einen Namen machte. Über die Jahrzehnte hinweg schlug er einen einzigartigen Weg ein – als Jurist, Hochschuldozent, TV-Moderator und Vertreter jüdischer Gemeinden. Seine Fähigkeit, gesellschaftliche Veränderungen früh zu erkennen, verschaffte ihm Glaubwürdigkeit, insbesondere nach seinen Warnungen vor dem wachsenden Antisemitismus in Deutschland.
Sein öffentliches Auftreten ist ebenso markant. Friedman wird oft als eitel, furchtlos und scharfzüngig beschrieben – Eigenschaften, die ihn gleichermaßen bewundert wie verachtet machen. Er blüht in Debatten auf, ob auf großen Theaterbühnen in Frankfurt und Berlin oder in privaten Gesprächen, wo er mit bohrenden Fragen konfrontiert und gleichzeitig seine ungeschönten Meinungen kundtut. Seine Bestseller wie Fremd, Mensch! und Das Land des Überflusses in Flammen sezieren Deutschlands soziale und politische Konflikte mit seiner typisch schonungslosen Direktheit.
Im Januar 2025 verließ Friedman die CDU nach fast 42 Jahren Mitgliedschaft. Sein Austritt folgte einer Bundestagsabstimmung zur Migrationspolitik, bei der sich die Partei mit der rechtsextremen AfD arrangierte – eine Entscheidung, die er als inakzeptabel empfand. Als ehemaliges Vorstandsmitglied von 1994 bis 1996 war er 1983 der CDU beigetreten, weigerte sich jedoch, in einer Partei zu bleiben, die seiner Meinung nach ihre Prinzipien verraten hatte.
Friedman bleibt eine umstrittene, aber einflussreiche Stimme in Deutschland. Sein Austritt aus der CDU unterstreicht seine Weigerung, politische Bündnisse zu tolerieren, die er als gefährlich erachtet. Ob durch Bücher, Debatten oder Medienauftritte – er stellt den Status quo weiterhin infrage und lässt dabei selten Raum für Neutralität.