Superbörse für Europa: Warum die Pläne trotz Unterstützung stocken
Superbörse für Europa: Warum die Pläne trotz Unterstützung stocken
Diskussionen über eine europäische 'Superbörse' gewinnen an Dynamik – doch der Widerstand bleibt groß
In den vergangenen fünf Jahren haben die Pläne für eine europäische 'Superbörse' an Dynamik gewonnen, angetrieben durch die Kapitalmarktunion der EU. Die Europäische Kommission hat neue Regeln vorgeschlagen, um die zersplitterten Wertpapiermärkte zu vereinen und Unternehmen den Börsengang zu erleichtern. Doch trotz der Unterstützung durch Frankreich und Deutschland kommt der Prozess nur langsam voran – vor allem wegen Bedenken hinsichtlich nationaler Kontrolle und des Widerstands etablierter Börsenbetreiber.
Die Idee, die großen europäischen Börsen zusammenzuführen, wird seit Jahren diskutiert. Erst kürzlich hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz für eine einzige europäische Börse ausgesprochen. Doch zentrale Akteure wie die Deutsche Börse und Euronext haben deutlich gemacht, dass sie ihre Unabhängigkeit bewahren wollen. Euronext-Chef Stéphane Boujnah bestätigte, dass eine Fusion der beiden Unternehmen nicht zur Debatte stehe, und fügte hinzu, dass frühere Gespräche zu diesem Thema nie konkrete Fortschritte gebracht hätten.
Boujnah betonte zudem, dass er Merz noch nicht getroffen habe, um den Vorschlag zu erörtern. Stattdessen unterstrich er, dass die wirtschaftliche Zukunft Europas von einer stärkeren branchenübergreifenden Zusammenarbeit der Unternehmen abhänge. Gleichzeitig verhindern regulatorische Hürden und die Zurückhaltung nationaler Behörden, Kompetenzen abzugeben, dass umfassende gesetzgeberische Pläne für eine einheitliche Börse vorankommen.
Vorerst bleibt die Vision einer einzigen europäischen Börse ungewiss. Während Politiker wie Merz weiter für eine Konsolidierung werben, setzen die großen Börsen auf eigenständiges Handeln. Der Fokus könnte sich daher eher auf eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Märkten verlagern als auf eine erzwungene Vollfusion.
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