Wie die Vulkan-Gruppe Berlin lahmlegte – und warum die Polizei machtlos bleibt

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Ein Plakat mit einem schwarzen Power-Symbol, einem schwarzen Kreis mit einem weißen Rand und einem weißen Buchstaben "P" in der Mitte und fetter Schrift, die "Rache für Kriminalität, revolutionäre Gewalt" ruft.Admin User

Polizeigewerkschaft: Linksextremisten werden gewalttätiger - Wie die Vulkan-Gruppe Berlin lahmlegte – und warum die Polizei machtlos bleibt

Verdacht auf linksextremistischen Anschlag: 45.000 Berliner Haushalte ohne Strom

Bei einem mutmaßlich von Linksextremisten verübten Anschlag im Januar blieben 45.000 Haushalte in Berlin ohne Strom. Die Sabotage richtete sich gegen Hochspannungskabel; später bekannte sich eine Gruppe namens Vulkan-Gruppe zu der Tat. Seit Jahren kämpfen die Behörden vergeblich darum, dieses undurchsichtige Netzwerk zu zerschlagen – ein Zeichen für die wachsende Bedrohung durch linksextreme Gewalt in Deutschland.

Die Vulkan-Gruppe, ein lockeres Bündnis anarchistischer Zellen, hat seit 2011 etwa ein Dutzend ähnliche Angriffe auf kritische Infrastruktur verübt. Trotz Ermittlungen, Videoanalysen, Zeugenbefragungen und sogar einer Sonderermittlungsgruppe mit dem Namen Soko Spannung gelang es der Polizei bisher nicht, Verdächtige zu identifizieren oder Festnahmen vorzunehmen. Die zersplitterte Struktur der Gruppe und ihre geschlossene Loyalitätskultur machen eine Infiltration nahezu unmöglich.

Die Bund Deutsche Kriminalbeamte (BDK) fordert nun entschlossenere Maßnahmen. Ihr Vorsitzender, Dirk Peglow, kritisierte den mangelnden Fortschritt und warnte, der Linksextremismus werde zunehmend gewalttätiger und besser organisiert. Zudem prangerte er das veraltete System der länderübergreifenden Informationsweitergabe an: Noch immer seien die Behörden auf Fax-Anfragen angewiesen, um verdächtige Personen zu überwachen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) setzte kürzlich eine Belohnung von einer Million Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Gruppe führen. Peglow bezeichnete die Summe zwar als ungewöhnlich hoch, zweifelte jedoch an ihrer Wirksamkeit – sie sei eher ein Zeichen der Verzweiflung. Stattdessen plädierte er für eine langfristige Strategie statt für eine reaktive Umverteilung von Polizeikräften nach jedem neuen Anschlag.

Der Stromnetz-Sabotageakt im Januar zeigt einmal mehr die anhaltende Herausforderung durch die Vulkan-Gruppe. Ohne eine einzige Festnahme in über einem Jahrzehnt und mit einer Belohnung, die das Schweigen der Gruppe kaum brechen dürfte, tun sich die Behörden weiterhin schwer, ihre Aktivitäten zu unterbinden. Peglows Forderungen nach besserer Abstimmung und einem nachhaltigen Vorgehen deuten darauf hin, dass das Problem mehr erfordert als kurzfristige Lösungsansätze.