AMG verschiebt Lithium-Produktion in Bitterfeld – Europa sucht Alternativen zu China
AMG verschiebt Lithium-Produktion in Bitterfeld – Europa sucht Alternativen zu China
AMG Critical Materials verschiebt Vollproduktion in deutschem Lithiumwerk um zwei Jahre
Das Lithiumwerk des Unternehmens in Bitterfeld-Wolfen sollte ursprünglich jährlich 20.000 Tonnen Lithiumhydroxid produzieren, doch Bauverzögerungen und Lieferkettenprobleme haben die geplante Kapazität auf Ende 2026 verschoben. Der niederländische Konzern arbeitet gleichzeitig an einer neuen Lieferroute, um Europas Abhängigkeit von der chinesischen Lithiumverarbeitung zu verringern.
Aktuell verfügt Europa kaum über eigene Kapazitäten zur Förderung und Raffination von Lithium. Der Großteil der Versorgung hängt von China ab – eine Abhängigkeit, die die Region im Zuge des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen reduzieren will. AMG setzt auf die Schaffung einer "Lithium-Autobahn", die Brasilien, Portugal und Deutschland verbindet.
Bisher fördert das Unternehmen in Brasilien Spodumen-Konzentrat und lässt es in China zu Lithium verarbeiten, bevor das Material nach Deutschland geliefert und dort zu Lithiumhydroxid weiterverarbeitet wird. Künftig soll dieser Schritt jedoch in Brasilien und Portugal erfolgen – China wird damit aus der Lieferkette ausgeschlossen.
Die Lagerstätte Barroso in Portugal birgt mit über 39 Millionen Tonnen Spodumen die größten bekannten Lithiumvorkommen Europas und spielt eine zentrale Rolle in AMGs Strategie. Das Werk in Bitterfeld soll nach vollständiger Inbetriebnahme das für Elektroauto-Batterien benötigte Lithiumhydroxid liefern.
Die verzögerte Vollproduktion in Bitterfeld ist nun für Ende 2026 geplant. Mit der alternativen Lieferroute will AMG Europas Lithiumbedarf unabhängig von China decken. Der Schritt könnte die Produktion von Batterierohstoffen stabilisieren – besonders vor dem Hintergrund der wachsenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen.
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