Betrüger täuschen Apotheke in Hessen mit gefälschter Bußgeldforderung

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Eine Sammlung alter Visitenkarten mit Text über Columella edentula, eine Art Medizin, und ein kleines Stück Papier mit einem Barcode.Admin User

Betrüger täuschen Apotheke in Hessen mit gefälschter Bußgeldforderung

Apotheke in Neu-Anspach erhält gefälschte Zahlungsaufforderung – Betrüger geben sich als Bundesbehörde aus

Eine Apotheke in Neu-Anspach (Hessen) hat kürzlich eine auf den ersten Blick überzeugende, aber gefälschte Zahlungserinnerung erhalten. Das Schreiben schien vom Bundeszentralamt für Steuern zu stammen und forderte 375,50 Euro für ein angebliches Verwaltungsbußgeld. Bei genauerer Prüfung entpuppte sich das Dokument jedoch als Teil einer wachsenden Welle von Phishing-Betrugsversuchen.

Die gefälschte Mitteilung war mit offiziellen Details versehen, darunter ein behördlicher Briefkopf, ein Logo und eine Aktennummer. Darin hieß es, die Apotheke habe es versäumt, die Umsatzzahlen für 2023 offenzulegen. Als zuständige Sachbearbeiterin wurde Mechthild Orth genannt. Die Rechnung gliederte sich in 155,50 Euro für Verfahrenskosten, ein Bußgeld von 205 Euro sowie 15 Euro Säumnisgebühr.

Misstrauisch geworden, leitete die Apothekeninhaberin den Brief an ihre Steuerberaterin weiter. Diese erkannte schnell, dass es sich um einen Betrug handelte, und wies auf Ungereimtheiten in den Absenderangaben hin. In ähnlichen Fällen wurde zudem der fiktive Name Frau Müller als Sachbearbeiterin verwendet. Die Steuerberatungsgesellschaft KJP warnt seitdem Unternehmen vor solchen Fälschungen. Sie betont, dass ausschließlich das Bundesamt für Justiz für die Einleitung solcher Verfahren zuständig ist. Der Betrug reiht sich in eine größere Serie ein: Auch gefälschte Rezepte und fingierte Zahlungsforderungen an Apotheken wurden gemeldet.

Der Vorfall zeigt, wie professionell Finanzbetrüger zunehmend kleine Unternehmen ins Visier nehmen. Behörden raten Empfängern unerwarteter Bußgeldbescheide oder Rechnungen, deren Echtheit vor einer Reaktion zu überprüfen. Steuerberater und offizielle Stellen bleiben erste Anlaufstellen, um verdächtige Dokumente zu verifizieren.

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