Donald Trump fordert rückwirkend den Friedensnobelpreis – und macht einen alten Witz wahr
Guido Cantz: Trump lässt Satiriker alt aussehen - Donald Trump fordert rückwirkend den Friedensnobelpreis – und macht einen alten Witz wahr
Der Komiker Guido Cantz scherzte einst, Donald Trump könnte sich mit aller Gewalt den Friedensnobelpreis erschleichen. Was damals als Pointen wirkte, scheint heute unheimlich nah an der Realität. Der ehemalige US-Präsident hat kürzlich einen Brief an Norwegens Ministerpräsidenten geschrieben – mit der Beschwerde, den Preis nie erhalten zu haben.
Cantz machte den Witz vor Jahren, als er andeutete, Trump würde zu extremen Mitteln greifen, um sich den Nobelpreis zu sichern. Damals klang der Scherz übertrieben. Doch in einem Schreiben an den norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Støre behauptet Trump nun, er habe den Preis für die Beendigung von acht Kriegen verdient.
Die Vergabe entscheidet jährlich das Norwegische Nobelkomitee, das vom Parlament des Landes bestimmt wird. Zu den früheren Preisträgern zählt etwa der Empfänger von 2021, Dmitri Muratow. Cantz hat inzwischen festgestellt, wie schnell Trump-bezogene Witze veralten. Neue Entwicklungen machen Satire oft innerhalb von Tagen überflüssig. Für Komiker wie ihn bedeutet es ständige Arbeit, mit Trumps Aussagen und Handlungen Schritt zu halten. Die rasante Dynamik seiner öffentlichen Person macht Spott zu einer Herausforderung – was heute aktuell wirkt, kann morgen schon abgedroschen sein.
Trumps Brief an Norwegen verleiht Cantz’ altem Witz nun eine unerwartete Wendung. Die Beobachtung des Komikers über kurzlebigen Humor trifft plötzlich auf sein eigenes Material zu. Unterdessen arbeitet das Nobelkomitee weiter – unabhängig von politischem Druck.
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