Habermas’ Vermächtnis: Ein einzigartiger Schatz für die Goethe-Universität

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Ein Mann steht in einer Bibliothek mit Büchern auf Regalen, einer Pflanze und Papieren mit Text an den Regalen.Admin User

Habermas-Archiv nun vollständig in Frankfurt - Habermas’ Vermächtnis: Ein einzigartiger Schatz für die Goethe-Universität

Der Philosoph Jürgen Habermas hat der Goethe-Universität sein gesamtes privates Büchervermächtnis für die Zeit nach seinem Tod vermacht. Die Einrichtung wird zudem seinen umfangreichen Nachlass, den sogenannten Vorlass, beherbergen, der ab 2026 Forschenden zugänglich sein wird. Zu seiner jüngsten Schenkung zählen digitale Materialien sowie Jahrzehnte umspannende Korrespondenz mit prägenden Persönlichkeiten.

Bereits 2011 hatte Habermas der Universität erste Unterlagen überlassen, die sein Schaffen bis zu seinem Ruhestand 1994 dokumentieren. Eine für 2025 geplante zweite Übergabe wird Dokumente aus den vergangenen 30 Jahren ergänzen – darunter Briefe, die er mit Mario Draghi, Joseph Ratzinger (dem späteren Papst Benedikt XVI.) und dem Philosophen Thomas Schmidt wechselte. Der Bestand umfasst zudem unveröffentlichte Texte sowie Habermas’ privaten Computer.

Der Vorlass deckt nahezu seine gesamte intellektuelle Laufbahn ab und gewährt seltene Einblicke in seinen Austausch mit Denkern wie Theodor W. Adorno und Elisabeth Lenk. Mathias Jehn, Leiter der Bestandserschließung an der Frankfurter Universitätsbibliothek, sieht in den Archiven einen unschätzbaren Fundus für die Forschung. Zur Aufbereitung der Materialien wird die Goethe-Universität ab 2026 eine zweijährige Forschungsstelle einrichten. Unter den neu archivierten Briefen finden sich auch Diskussionen mit Hartmut von Sass, den Habermas in jüngeren Schriften kritisch würdigte. Die digitalen und physischen Aufzeichnungen werden ein detailliertes Bild seiner späteren Jahre zeichnen und die früheren Schenkungen ergänzen.

Ab 2026 wird der Vorlass Forschenden vollständig zugänglich sein. Ein spezialisiertes Team wird die Archive systematisch aufbereiten, sodass sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler intensiv mit Habermas’ intellektuellem Erbe auseinandersetzen können. Seine private Bibliothek, die posthum übergehen wird, bereichert die Bestände der Goethe-Universität zusätzlich.

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