Historiker Karl Schlögel erhält den Friedenspreis der Deutschen Buchhandlung für seine Warnungen vor der Ukraine-Krise
Friedenspreisträger Schloegel: Wehrpflicht ist 'timely' - Historiker Karl Schlögel erhält den Friedenspreis der Deutschen Buchhandlung für seine Warnungen vor der Ukraine-Krise
Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, der mit 25.000 Euro dotiert ist, geht in diesem Jahr an den Historiker und Russlandexperten Karl Schlögel. Die Auszeichnung würdigt seine herausragenden Beiträge zur Erforschung der osteuropäischen Geschichte sowie seine frühen Warnungen vor der aggressiven Expansionspolitik des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die Verleihung findet im Rahmen der Abschlussfeier der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche statt. Schlögel, ein ausgewiesener Kenner Ostmitteleuropas, wird für sein Werk geehrt, das die Bedeutung der ukrainischen Freiheit für den Frieden in Europa herausstellt. Seine Forschung hat angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine neue Aktualität gewonnen. Der Historiker, der während des Vietnamkriegs den Wehrdienst verweigerte und stattdessen in einem Krankenhaus arbeitete, hält heute angesichts der aktuellen geopolitischen Lage eine allgemeine Wehrpflicht in Deutschland für unverzichtbar. Die von Russland ausgehende Bedrohung sei real, so Schlögel mit Verweis auf die jüngste Rede Putins. Er konstatiert die Rückkehr des Krieges nach Europa seit der russischen Annexion der Krim 2014 und dem Angriff auf die Ukraine 2022. Gleichzeitig räumt er ein, dass die Geschichte kein Patentrezept für den Frieden bereithält. Karl Schlögel, Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2025, wird auf der Frankfurter Buchmesse für sein wissenschaftliches Lebenswerk ausgezeichnet. Seine Forderungen nach einer Wehrpflicht in Deutschland und seine Einschätzung der realen russischen Bedrohung bereichern die aktuelle Debatte über Sicherheit und Frieden in Europa.
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