Stichwahl in Wiesbaden: Mende oder von Debschitz – wer führt die Landeshauptstadt?

Admin User
3 Min.
A cityscape featuring buildings, trees, poles, roads, vehicles, and a sky.Admin User

Stichwahl in Wiesbaden: Mende oder von Debschitz – wer führt die Landeshauptstadt?

Stichwahl um das Wiesbadener Bürgermeisteramt am 30. März

Am 30. März findet die Stichwahl um das Amt des Wiesbadener Oberbürgermeisters statt. Zwei Kandidaten buhlen um die Gunst der Wähler: Amtsinhaber Gert-Uwe Mende (SPD) und der unabhängige Herausforderer Thilo von Debschitz, der von CDU und FDP unterstützt wird. Im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen wirtschaftliche Entwicklung, Stadtplanung und die Zukunft des Wiesbadener Einzelhandels.

In einer kürzlichen öffentlichen Debatte präsentierten beide Kandidaten unterschiedliche Visionen für die Führung und Entwicklung der Landeshauptstadt.

Ein Streitpunkt war die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen. Von Debschitz kritisierte, die Stadt habe es versäumt, kürzlich vermessene Grundstücke zeitnah zu nutzen, und warnte vor entgangenen Investitionen durch die Verzögerungen. Mende verwies dagegen auf Erfolge bei Unternehmensansiedlungen und -erweiterungen unter seiner Führung, darunter aktuelle Projekte, die neue Betriebe in die Region gebracht hätten.

Auch bei Verkehrspolitik und Stadtverwaltung zeigten sich Differenzen. Von Debschitz kündigte an, die Leitung des Verkehrsbetriebs ESWE Verkehr persönlich zu übernehmen und die Digitalisierung sowie Stadtplanung direkter zu steuern. Mende verteidigte die bestehende Struktur und betonte, dass eine klare Ressortaufteilung effizientere Abläufe garantiere und bürokratische Doppelungen vermeide. In Finanzfragen forderte von Debschitz strengere Haushaltskontrollen und argumentierte, nur so ließe sich die Zukunft der Stadt sichern. Mende entgegnete, viele finanzielle Belastungen gingen auf Bundes- und Landespolitik zurück, und verwies auf steigende Gewerbesteuereinnahmen als Grundlage für langfristige Stabilität.

Einig waren sich beide jedoch darin, dass der Wiesbadener Einzelhandel dringend Unterstützung braucht. Um die Innenstadt zu beleben, schlug von Debschitz vor, dem Stadtmanager erweiterte Kompetenzen einzuräumen, um Revitalisierungsprojekte schneller umsetzen zu können. Zudem regte er die Schaffung eines "Nachtbürgermeisters" an, der das Nachtleben besser koordinieren und das abendliche Angebot attraktiver gestalten solle. Mende zeigte sich zwar offen für die Idee eines Nachtbürgermeisters, verwies aber auf eigene Erfolge bei der Belebung des Viertels, etwa durch die Ansiedlung neuer Unternehmen.

Trotz der inhaltlichen Unterschiede blieb der Ton respektvoll. Mende lobte von Debschitz’ künstlerisches Engagement und dessen Einsatz für die Bewahrung jüdischen Erbes, während von Debschitz Mende für den fairen Wahlkampf würdigte. Nicht thematisiert wurden eine direkte Unterstellung von ESWE Verkehr unter das Bürgermeisteramt oder Debatten über die Stadtratswahlen.

Nun liegt die Entscheidung bei den Wiesbadener Wählern, die am 30. März zwischen Mende und von Debschitz wählen. Der Gewählte wird sich künftig mit Aufgaben von der Wirtschaftsförderung bis zur Stadtplanung befassen – beide Kandidaten bieten dabei unterschiedliche Lösungsansätze für die Herausforderungen der Stadt.

Ob der Stadtmanager mehr Befugnisse erhält oder ein Nachtbürgermeister eingeführt wird, hängt vom Ausgang der Wahl ab.

Neueste Nachrichten
Eine Hängebrücke spannt einen Fluss, flankiert von Zäunen, mit üppiger Vegetation, fernen Häusern und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.
Wirtschaft 2 Min.

Emerald Advisory verklagt Marshall Bridge Fund wegen ausstehender Forderungen

Ein ehemaliger Partner wird zum Gegner. Warum die Emerald Advisory jetzt juristisch gegen den Immobilienfonds Marshall Bridge vorgehen muss – und was auf dem Spiel steht.

Ein altes Aktienzertifikat der Société Générale de Crédit Mobilier, das gedruckten Text enthält, der die Dienstleistungen der Bank beschreibt.
Wirtschaft 1 Min.

Commerzbank-Chefin Orlopp lehnt Übernahme durch UniCredit kategorisch ab

Eine Fusion mit UniCredit? Nicht mit ihr. Bettina Orlopp setzt auf klare Kante – und vertraut stattdessen auf die Zahlen der Commerzbank. Doch was bedeutet das für Kunden und den Finanzstandort Deutschland?

Ein Mann im Anzug und Krawatte mit Brille spricht zu Reportern, umgeben von einer Gruppe von Menschen, mit einem Mikrofonständer vor ihm und einem beleuchteten Hintergrund mit einer Tafel, auf der Text steht.
Unterhaltung 2 Min.

Louis Klamroths konfrontativer Kurs bei hart aber fair polarisiert weiter

Sein Stil spaltet: Mal feiern Zuschauer Klamroths mutige Themen, mal scheitert er an der Kontrolle hitziger Runden. Doch warum reduziert der ARD die Folgen drastisch? Ein Blick hinter die Kulissen.

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines abgerissenen Gebäudes mit zerbrochenen Fenstern, Schutt, einer Collage aus zwei Bildern und darüberliegendem Text.
Allgemeine Nachrichten 2 Min.

Wiesbadens Walhalla-Halle wird für 70 Millionen Euro zum Kulturjuwel saniert

Ein Jahrhundertprojekt für Wiesbaden: Die Walhalla-Halle verliert ihre Anbauten der 1930er-Jahre und wird zum modernen Kulturort. Doch was kostet der historische Glanz wirklich? Bis 2030 soll aus dem Denkmal ein lebendiger Veranstaltungsort für Konzerte, Lesungen und Festivals werden – ohne seinen Charme von 1897 zu verlieren.

Ein Papier mit der Überschrift "Carnivals Parisiens par Louis Morin" in fetter Schrift, das farbenfrohe, detailreiche Entwürfe von Menschen in bunten Karnevalskostümen und Masken zeigt.
Unterhaltung 2 Min.

Mainzer Stadtrat erhält als Erster den Dummen August-Preis für karnevalistische Originalität

Ein linker Politiker als Clown geehrt? Die Auszeichnung zeigt, wie der Karneval mit Humor und Verletzlichkeit Brücken schlägt. Eine Tradition, die bis zu den Römern zurückreicht.

Eine Gruppe maskierter Menschen geht eine Straße entlang und hält ein Protestplakat, mit einem geparkten Auto auf der linken Seite, Gebäuden, Bäumen, Schildern, Pfosten und einem Uhrenturm im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.
Kriminalität und Justiz 2 Min.

Hanau sechs Jahre nach dem rassistischen Massaker: Der unermüdliche Kampf um Gerechtigkeit

Emine Gürbüz verlor ihren Sohn im Massaker von Hanau. Sechs Jahre später fragt sie: Warum gibt es bis heute keine Gerechtigkeit? Ihr Kampf geht weiter – gegen Vergessen und strukturellen Rassismus.

Ein Plakat mit einem dünnen schwarzen Rand und fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, das "Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut: Senkt Steuern noch mehr für Reiche und große Unternehmen." lautet.
Allgemeine Nachrichten 2 Min.

Boris Rhein plant massive Steuersenkungen für Haushalte und Unternehmen in Hessen

Mehr Netto vom Brutto, günstigere Stromrechnungen – doch warum blockiert Rhein die Erbschaftsteuer-Reform? Seine Pläne könnten die Steuerpolitik in Deutschland verändern. Ein Überblick über Chancen und Streitpunkte.

Eine Hand hölt ein Schild mit der Aufschrift "Stoppen Sie den Kriminellen" mit einer Gruppe von Menschen im Hintergrund, die Fahnen halten, und Text auf einem Plakat, der die Verwendung von menschlichem Haar öffnet.
Unfälle 2 Min.

Fulda kämpft mit Vandalismus, Diebstahl und einem Großbrand innerhalb einer Woche

Von Hakenkreuzen bis zum Großbrand: Eine Woche der Zerstörung hält Fulda in Atem. Wer steckt hinter den Taten – und was kostet das die Stadt?