Traktor 20 Jahre ohne Hauptuntersuchung – wie kann das passieren?
Traktor 20 Jahre ohne Hauptuntersuchung – wie kann das passieren?
In Deutschland müssen Fahrzeugbesitzer dafür sorgen, dass ihre Fahrzeuge die vorgeschriebene Hauptuntersuchung (HU) bestehen – und das gilt für alles, von Pkw bis hin zu landwirtschaftlichen Traktoren. Allerdings verschicken die Behörden keine Erinnerungen; die Eigentümer sind selbst vollständig dafür verantwortlich, die Termine fristgerecht zu vereinbaren.
Erst kürzlich kam ein Fall ans Licht, bei dem ein Traktor fast 20 Jahre lang ohne die gesetzlich vorgeschriebene HU im Einsatz war. Der Besitzer erhielt daraufhin einen offiziellen Verwarngeldbescheid.
Die alle zwei Jahre fällige HU betrifft sämtliche motorisierten Fahrzeuge, die auf öffentlichen Straßen genutzt werden – also Pkw, Motorräder, Lkw und auch landwirtschaftliche Traktoren. Selbst Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h müssen alle 24 Monate zur Prüfung, unabhängig von ihrem Gewicht. Die Untersuchung überprüft die Einhaltung der technischen Vorgaben gemäß der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV).
Trotz der strengen Regelungen gibt es kein zentrales System, das Besitzer an anstehende Fristen erinnert. Zwar werden die HU-Daten im Zentralen Fahrzeugregister erfasst, doch können die Zulassungsbehörden die Einhaltung nur im Einzelfall überprüfen – und zwar durch manuelle Abfrage der Fahrzeug-Identifikationsnummer. Eine rechtliche Grundlage für automatisierte Erinnerungen oder systematische Kontrollen der HU-Pflicht existiert nicht. Die Überwachung erfolgt in der Regel erst dann, wenn Polizei oder Aufsichtsbehörden im öffentlichen Verkehr ein Fahrzeug ohne gültige HU-Plakette entdecken. In solchen Fällen drohen den Haltern verwaltungsrechtliche Sanktionen. Fehlende Erinnerungen bedeuten, dass Besitzer die Fristen selbst im Blick behalten müssen – oder, wie im Fall des Traktors, der zwei Jahrzehnte lang ohne HU unterwegs war, mit Bußgeldern rechnen müssen.
Das HU-System setzt vollständig auf die Eigenverantwortung der Fahrzeugbesitzer, die sich selbst um die Terminplanung kümmern müssen. Ohne automatische Warnungen liegt es allein an den Einzelnen, Strafen zu vermeiden. Wer die Vorschriften missachtet, wird oft erst dann erfasst, wenn Behörden den Verstoß bei Routinekontrollen oder Verkehrskontrollen aufdecken.
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