Warken plant radikale Gesundheitsreform – doch Hessen warnt vor Risiken für Krankenhäuser

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Ein Arzt in weißer Uniform erklärt eine CT-Scan-Maschine zwei Personen in schwarzen Mänteln, die aufmerksam zuhören.Admin User

Warken plant radikale Gesundheitsreform – doch Hessen warnt vor Risiken für Krankenhäuser

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat weitreichende Reformen der Gesundheitsfinanzierung angekündigt, die ab 2027 in Kraft treten sollen. Die Pläne kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland mit einem prognostizierten zweistelligen Milliardendefizit im Gesundheitssektor konfrontiert ist. Kritiker, darunter der Hessische Krankenhausgesellschaft e.V., warnen jedoch, dass zentrale Maßnahmen die tief verwurzelten Probleme nicht ausreichend lösen könnten.

Besonders scharf wird das vorgeschlagene Vorfinanzierungsmodell kritisiert – einige bezeichnen es als "Trojanisches Pferd", das die eigentlichen Bedürfnisse der Krankenhäuser ignoriert. Gleichzeitig fordern Landesvertreter und medizinische Fachgremien eine gründliche Prüfung, bevor die Reformen umgesetzt werden.

Nina Warken übernahm am 6. Mai 2025 das Amt der Bundesgesundheitsministerin und erbte ein unter finanzieller Belastung stehendes System. Ihr Reformpaket zielt darauf ab, die Gesundheitsfinanzierung bis 2027 grundlegend umzugestalten – ein Zeitpunkt, zu dem Experten ein Defizit in Höhe von zehntausenden Millionen Euro vorhersagen. Um den Übergang zu erleichtern, hat die Bundesregierung zugesagt, die unmittelbaren Transformationskosten zu übernehmen, die aus der Schließung der Finanzierungslücke 2022/2023 resultieren.

Die Hessische Krankenhausgesellschaft e.V. (HKG) lehnt den aktuellen Vorfinanzierungsvorschlag entschieden ab. Die Verbandsführung argumentiert, dass das Modell die Kernprobleme nicht angehe und die finanzielle Instabilität der Krankenhäuser sogar verschärfen könnte. Prof. Dr. Hoeftberger, einer der prominentesten Kritiker, besteht auf einer umfassenden Folgenabschätzung und praktischen Erprobung, bevor eine Einführung erfolgt.

Als Reaktion auf die Bedenken hat das Bundesgesundheitsministerium Teile des Gesetzesentwurfs präzisiert, darunter uneinheitliche Planungsfristen und Ausnahmeregelungen. Diese Anpassungen sollen den Krankenhäusern den Übergang zu den neuen Finanzierungsstrukturen erleichtern. Der hessische Gesundheitsminister begrüßte die Überarbeitungen und äußerte sich zuversichtlich, dass die weitere Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden zur Verfeinerung der Reformen beitragen werde.

Auch Frank Dastych, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, hat sich zu Wort gemeldet. Er betont die entscheidende Rolle der niedergelassenen Ärzte bei der Aufrechterhaltung einer hochwertigen und zugänglichen Krankenhausversorgung. Seine Äußerungen unterstreichen, dass die Reformen das bestehende Netzwerk medizinischer Fachkräfte stärken – und nicht untergraben – sollten.

Die Gesundheitsreformen 2027 bleiben ein dynamischer Prozess, bei dem Bund und Länder versuchen, kurzfristige Finanzlösungen mit langfristiger Stabilität in Einklang zu bringen. Die Vorfinanzierung bleibt ein umstrittenes Thema, das weiterer Debatten und möglicher Nachbesserungen bedarf. Krankenhäuser und medizinische Verbände setzen sich weiterhin für Lösungen ein, die die Patientenversorgung sichern und gleichzeitig die finanzielle Belastung der Leistungserbringer verringern.

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