Wiesbaden diskutiert antisemitische Kunst in Kirchen – ein notwendiger Aufbruch

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Ein Bild, das eine Kirche mit Blumen vorne zeigt, umgeben von Häusern, Bäumen, einem Zaun, Gras und einem bewölkten Himmel, mit der Beschriftung "Synagoge der Kirche des Heiligen Grabes" unten.Admin User

Wiesbaden diskutiert antisemitische Kunst in Kirchen – ein notwendiger Aufbruch

Öffentliche Diskussion über antisemitische Kunst in Kirchen am 22. Januar 2026 in Wiesbaden

Am 22. Januar 2026 findet in Wiesbaden eine öffentliche Diskussion über antisemitische Darstellungen in Kirchen statt. Die Veranstaltung ist Teil der jährlichen Gedenkreihe der Stadt und setzt sich damit auseinander, wie sich historische Vorurteile in religiösen Räumen manifestieren. Die Organisatoren betonen, dass die Auseinandersetzung mit solchen Bildern essenziell ist – für moralische Klarheit und das Gedenken.

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz überprüft seit einiger Zeit ihre Sakralbauten auf Kunstwerke, die mit Antisemitismus oder nationalsozialistischer Ideologie in Verbindung stehen. Dieser Prozess ersetzt das frühere Schweigen durch Transparenz und markiert den Wandel von Verdrängung zu aktiver Aufarbeitung.

Reliefs, Skulpturen und Wandgemälde in Kirchen tragen oft jahrhundertealte christliche Traditionen in sich – doch manche spiegeln auch tief verwurzelte judenfeindliche Klischees wider. Die anstehende Veranstaltung in der Marktkirche wird erörtern, wie Glaubensgemeinschaften historische Verantwortung mit modernen Überzeugungen in Einklang bringen können. Pfarrerin Marion Gardei, die Beauftragte der Kirche für Erinnerungskultur, wird Ergebnisse der Prüfung vorstellen. An ihrer Seite stehen Pfarrer Markus Zink, der Kunstbeauftragte der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, sowie Pfarrer Peter Noss vom Ökumenischen Zentrum. Die Diskussion beginnt um 19:00 Uhr im Haus an der Marktkirche.

Veranstalter sind das Evangelische Dekanat Wiesbaden, die Jüdische Gemeinde vor Ort und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Die Veranstaltung ist Teil des städtischen Programms „27. Januar – Den Opfern gedenken“, das an den Holocaust-Gedenktag erinnert.

Die Begegnung steht für das Bekenntnis, antisemitische Motive in religiösen Kontexten aktiv zu thematisieren. Durch offenen Austausch wollen die Verantwortlichen sicherstellen, dass Erinnerung und moralische Verantwortung künftige Debatten prägen. Die Veranstaltung macht deutlich: Solche Kunstwerke dürfen weder ignoriert noch unkommentiert bleiben.

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