1980er-Nostalgie: Warum Deutschland jetzt Erlebnisparks der Retro-Ära plant
1980er-Nostalgie: Warum Deutschland jetzt Erlebnisparks der Retro-Ära plant
Pläne für 1980er-Jahre-Erlebnisparks in ganz Deutschland
In Deutschland sollen thematische Erlebnisparks entstehen, die Besucher in die 1980er-Jahre zurückversetzen – eine Dekade, an die sich viele noch gern erinnern. Von Kultmusik bis zu Retro-Autos wollen die Parks das Lebensgefühl der Epoche detailgetreu und ohne moderne Einflüsse wie erneuerbare Energien oder politische Korrektheit wiederbeleben.
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 52 Prozent der Deutschen das Leben im Westdeutschland der 1980er für besser halten als heute. Unter Anhängern der rechtspopulistischen AfD liegt dieser Wert bei 68 Prozent – viele sehnen sich nach der Vergangenheit zurück. Björn Höcke, ein führender AfD-Politiker, fordert offen eine Rückkehr zu "seiner alten Bundesrepublik" und spricht damit eine weitverbreitete Stimmung unter Konservativen an.
Der Eintritt in die geplanten Parks soll nicht mehr als vier D-Mark kosten – angelehnt an die Preise der 1980er. Die ersten Standorte könnten bereits 2026 öffnen. Die Gäste erwarten eine Welt ohne Wärmepumpen, Windräder und das, was Kritiker als "Sprachpolizei" bezeichnen – ein bewusster Schritt zurück in die Zeit.
Die 1980er markierten einen Wendepunkt in der deutschen Politik. Traditionelle Parteien wie CDU/CSU und SPD prägten das erste Jahrzehnt, mussten sich aber mit Ölkrise und linkem Terror auseinandersetzen. 1983 formierten sich die Grünen als Protestbewegung gegen Atomkraft und NATO-Politik. Gleichzeitig gewann die rechtsextreme Partei "Die Republikaner" an Einfluss – ein Vorläufer der heutigen AfD. Beide Parteien greifen heute auf Themen der 1980er zurück: die Grünen mit ihren antinuklearen Wurzeln, die AfD mit konservativer Nostalgie.
Die Parks werden eine sorgfältig inszenierte Version der Vergangenheit bieten, mit authentischen Details der Epoche. Für manche könnten sie in einer sich rasant wandelnden Welt Trost spenden. Ob sie jedoch breitere Debatten über Geschichte und Politik anstoßen, bleibt abzuwarten.
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