"400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön": Eine Ausstellung gegen das Vergessen
Paul Fischer"400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön": Eine Ausstellung gegen das Vergessen
Neue Ausstellung "400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön" im Deutschen Museum München eröffnet
Im Deutschen Museum München ist eine neue Ausstellung mit dem Titel "400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön" eröffnet worden, die einen detaillierten Einblick in die jüdische Geschichte der Region bietet. Konzipiert vom Historiker Dr. Michael Imhof, zeigt die Schau die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Beiträge jüdischer Gemeinden über die Jahrhunderte hinweg. Gleichzeitig setzt sie sich mit der Verfolgung und Deportation jüdischer Bürger während der NS-Zeit auseinander – auch vor Ort in der Rhön.
Einst gab es in der Region mindestens neun jüdische Gemeinden oder Synagogen, darunter Wüstensachsen, das seit 1653 besteht und die größte Gemeinde in der hessischen Rhön war. Auch Gersfeld, Schmalnau und Hettenhausen spielten eine bedeutende Rolle. In Barchfeld wurde eine 1844/45 erbaute Synagoge 1938 zerstört, doch 1995 erhielt der Ort einen Gedenkstein. Die Synagoge in Oberelsbach (1898/99 erbaut) steht noch heute als geschütztes Denkmal, während das ehemalige Gotteshaus in Niederwerrn nun als Bibliothek mit einer Gedenktafel dient.
Dr. Imhof betonte die harten Realitäten, mit denen jüdische Bewohner konfrontiert waren – von Marktausschlüssen bis hin zu Deportationen. Er machte deutlich, dass diese Gräueltaten nicht nur in fernen Städten, sondern direkt in der Rhön stattfanden. Die Ausstellung ist in der Mittelpunktschule Hilders sowie im Hessischen Verwaltungsgebäude des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön bis März 2026 zu sehen.
Schülerinnen und Schüler waren aktiv an der Vorbereitung beteiligt und zeigten, wie sich jüngere Generationen mit Geschichte auseinandersetzen können. Bei der Eröffnung anwesend war auch Sebastian Müller, Mitglied des Hessischen Landtags, der die Bedeutung des Erhalts der Erinnerung an jüdisches Leben und die NS-Verbrechen unterstrich. Zudem hält Dr. Imhof am 26. Februar in der Mittelpunktschule Hilders einen Vortrag unter dem Titel "Gegen das Vergessen: Jüdisches Leben in der Rhön".
Ziel der Ausstellung ist es, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu fördern und gleichzeitig Vielfalt in der Gegenwart zu stärken. Über ein Jahr lang haben Besucher Zeit, das jüdische Erbe der Rhön zu erkunden. Die Veranstalter hoffen, dass das Projekt den Dialog über Geschichte und Erinnerung nachhaltig anregt.
Neue Vorlesung und Buchpräsentation zur laufenden Ausstellung über das jüdische Erbe in Rh├ä
Die Ausstellung '400 Jahre jüdisches Leben in der Rh├ä' setzt ihre Erfolgsgeschichte mit neuen Veranstaltungen und Ver├Âffentlichungen fort. Hier sind die Neuigkeiten:
- Eine Vorlesung von Dr. Michael Imhof über 10. M├Ąrz im UNESCO-Biosph├Ąrenreservat Rh├ä mit dem Titel "Gegen das Vergessen - 400 Jahre jüdisches Leben in der Rh├ä".
- Seine Forschung ist nun in einem neu ver├Âffentlichten Buch mit dem Titel "Juden in der Rh├ä" vom Imhof-Verlag erh├Ąltlich.
- Die Ausstellung bleibt bis Ende M├Ąrz ge├Âffnet, mit verl├Ąngerten Besichtigungszeiten.
