05 April 2026, 01:07

Europas riskante Abhängigkeit von US-Technologie und Militär droht Sicherheit zu gefährden

Eine Liniengrafik, die die US-Schuldenquote über die Zeit darstellt, mit begleitendem Text.

Europas riskante Abhängigkeit von US-Technologie und Militär droht Sicherheit zu gefährden

Europas Abhängigkeit von US-Technologie und militärischer Unterstützung wirft Fragen zur langfristigen Sicherheit auf. Von Bezahlsystemen bis zu Kampfflugzeugen – in zentralen Bereichen ist der Kontinent stark von amerikanischen Anbietern abhängig. Nun fordern einige Regionen und Aktivisten mit lokalen Lösungen und öffentlichen Kampagnen mehr Unabhängigkeit.

Im öffentlichen Sektor Deutschlands führen die Abhängigkeit von Microsoft und der Mangel an Wettbewerb zu hohen Kosten. Behörden tun sich schwer, auf Alternativen umzusteigen, und sind damit anfällig für Preiserhöhungen und Dienstausfälle. Schleswig-Holstein geht indes mit gutem Beispiel voran: Die Landesverwaltung setzt auf Open-Source-Software und lokal gehostete Systeme. Auch private Unternehmen werden zum Mitmachen ermutigt.

Im Finanzbereich basiert Deutschlands Zahlungsinfrastruktur auf US-Firmen wie Visa, Mastercard und PayPal. Ein mögliches US-Embargo oder Restriktionen könnten den Zahlungsverkehr und die wirtschaftliche Stabilität gefährden. Als Reaktion haben Aktivisten den "Tag der digitalen Unabhängigkeit" ins Leben gerufen – immer am ersten Sonntag im Monat. Sie rufen Bürger auf, zu europäischen Alternativen wie Firefox, LibreOffice oder Signal zu wechseln.

Noch eklatanter zeigt sich die Abhängigkeit im Militärbereich. Über 64 Prozent der Rüstungsexporte in europäische NATO-Staaten stammen aus den USA, darunter hochmoderne Kampfflugzeuge wie die F-35. Diese Systeme erfordern ständige Software-Updates – mit der Sorge vor versteckten "Kill Switches", die sie aus der Ferne lahmlegen könnten. Auch bei der Satellitenaufklärung fehlen Europa Alternativen, und für die Navigation ist man auf das US-GPS-Netz angewiesen.

Trotz steigender Militäretats – angetrieben durch Russlands Krieg in der Ukraine und die mögliche Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus – hat noch kein europäisches NATO-Mitglied offiziell zugesagt, die Ausgaben 2024 auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung zu erhöhen, wie es die USA als Zwischenziel auf dem Weg zu 3,5 Prozent bis 2032 fordern. Bis Mitte 2024 erreichten zwar 23 von 32 NATO-Staaten die Zwei-Prozent-Marke, doch ein Fünf-Prozent-Ziel wurde erst im Juni 2025 beschlossen. Experten betonen, dass nur eine beschleunigte europaweite Forschung und Entwicklung echte strategische Autonomie bringen kann.

Die Bestrebungen nach digitaler und militärischer Souveränität gewinnen an Fahrt, doch die Hürden bleiben groß. Ohne tragfähige Alternativen in Technologie und Verteidigung könnten Europas Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität auf dem Spiel stehen. Regionale Initiativen und öffentliche Kampagnen sind erste Schritte, um die Abhängigkeit zu verringern – doch für eine nachhaltige Lösung braucht es tiefgreifende systemische Veränderungen.

AKTUALISIERUNG

EU's 2025 Cybersecurity Laws Set Foundation for Digital Sovereignty

The EU has already taken steps toward digital independence before 2026. On 4 February 2025, the Cybersolidaritätsgesetz came into force to strengthen cross-border cyber defence. 24 February 2025 saw the draft Cyber-Blaupause proposed to improve crisis management. These laws directly address vulnerabilities in public sector IT and payment systems highlighted in the 2026 report.