Rosenmontag in Schwaben: Fasnet-Traditionen trotzen der Kälte mit spektakulären Bräuchen
Emma KochKarnevalssturm trifft Rottweil - wild, bunt und unerschütterlich - Rosenmontag in Schwaben: Fasnet-Traditionen trotzen der Kälte mit spektakulären Bräuchen
Tausende maskierte Feiernde trotzten am Rosenmontag der Kälte, um den schwäbisch-alemannischen Fasnet zu feiern. Die Straßen füllten sich mit aufwendigen Kostümen, Holzbuttenrennen und waghalsigen Kunststücken, während uralte Bräuche im Südwesten Deutschlands im Mittelpunkt standen.
Höhepunkt des Tages war der Narrensprung in Rottweil, bei dem Narren in traditionellen Häs-Kostümen mit langen Holzstangen über die Menschenmengen sprangen. Zuschauer säumten die Straßen und verfolgten, wie die Akrobaten athletische Kunststücke mit jahrhundertealten Traditionen verbanden. Viele trugen kunstvoll geschnitzte Masken, inspiriert von lokalen Mythen, Tieren oder der Stadtgeschichte.
Später ging es in Schramberg weiter: Teams ließen sich in verzierten Holzbutten die Schiltach hinabtreiben. Das spielerische Spektakel begeisterte die in warme Kleidung gehüllten Zuschauer. Gleichzeitig vermischten sich in einigen Regionen Einflüsse des rheinischen Karnevals, mit Figuren wie Prinzen, Prinzessinnen und Tanzgruppen in grellbunten Uniformen.
Die schwäbisch-alemannische Fasnet, deren Wurzeln in vorchristlichen Frühlingsriten liegen, unterscheidet sich deutlich vom rheinischen Karneval, der sich im 19. Jahrhundert mit politischer Satire und städtischen Umzügen entwickelte. Stattdessen prägen ländliche Prozessionen und uralte Rituale die Fasnet – mit ihren hölzernen Larven, dem Scheibenschlagen (dem Werfen brennender Scheiben) und den festgelegten Kostümen. 2014 wurde sie von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.
Die Feierlichkeiten zeigten die tiefe Verbundenheit der Region mit ihren Traditionen – vom Maskensprung in Rottweil bis zu den Buttenrennen in Schramberg. Trotz der Kälte feierten die Menschen ein Fest, das von mittelalterlichen Bräuchen und lokalem Stolz geprägt ist.






