Feminismus-Debatte unter Männern: Wenn Transparenz zur Zensur wird
Feminismus-Debatte unter Männern: Wenn Transparenz zur Zensur wird
Das Private ist politisch – aber bitte keine Presse!
Teaser: Bei einer Wochenendkonferenz in Berlin diskutierten Männer über Feminismus. Wie wichtig das ist, zeigt das Verhalten der Veranstalter selbst.
Artikeltext: Am vergangenen Wochenende fand in Berlin ein pro-feministischer Männerkongress statt, der mit seinen Debatten über Männlichkeit und Pressebeschränkungen für Aufmerksamkeit sorgte. Die im Mehringhof in Kreuzberg abgehaltene Veranstaltung umfasste Workshops und Vorträge, geriet jedoch in die Kritik, als die Organisatoren einer Journalistin untersagten, Interviews zu führen oder frei über den Ablauf zu berichten.
Der von Boycott Magazine mitorganisierte Kongress bot unter anderem die Session „Ich bin weiter als du! – Konkurrenzdynamiken unter kritischen Männern“. Die Teilnehmer setzten sich mit Themen wie der Unvermeidbarkeit von Scheitern und der Bedeutung auseinander, die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen. Ein weiterer Workshop zeichnete die Geschichte kritischer Männergruppen seit den 1970er-Jahren nach und beleuchtete globale Bewegungen, die Männlichkeit neu definieren wollen.
Der Kongress machte die Spannungen zwischen genderkritischem Engagement und Pressefreiheit deutlich. Die Maßnahmen der Organisatoren spalteten die Teilnehmer: Während einige für Transparenz plädierten, verteidigten andere die restriktive Medienpolitik der Veranstaltung. Der Vorfall wirft die Frage auf, wie solche Treffen öffentliche Teilhabe mit der Kontrolle über ihre eigene Erzählung in Einklang bringen können.
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