Warum das Nordische Modell Prostitution als Gewalt bekämpft – eine Debatte über Macht und Ausbeutung
Warum das Nordische Modell Prostitution als Gewalt bekämpft – eine Debatte über Macht und Ausbeutung
Kerstin Neuhaus, eine Befürworterin des Nordischen Modells, sprach kürzlich im Theater im Pariser Hof in Wiesbaden. Die Veranstaltung war Teil der Ausstellung „gesichtslos – Frauen in der Prostitution“ und richtete den Fokus auf die Nachfrageseite der Prostitution sowie den Ansatz des Nordischen Modells.
Neuhaus räumte ein, dass Prostitution zunehmend ins Internet abwandert, betonte jedoch, wie Polizei und Sozialarbeiter:innen gezielt eingreifen können, um Freier zu identifizieren. Sie kritisierte die aktuellen Regulierungsmodelle als widersprüchlich: Diese schadeten gerade den Schutzbedürftigsten und könnten Ausbeutung nicht verhindern.
Das Nordische Modell basiert auf einer vierteiligen Strategie: Aufklärung, Unterstützung beim Ausstieg aus der Prostitution, Entkriminalisierung der Betroffenen und Sanktionierung der Nachfrage. Neuhaus verwies auf erfolgreiche Umsetzungen in Schweden, Norwegen, Island, Irland und Frankreich. Prostitution sei eine Form von Gewalt, die Gleichberechtigung behindere, so ihre Argumentation. Notwendig sei eine Debatte über Zustimmung, Macht und Geld. Das Modell ziele darauf ab, sichtbare Straßenprostitution zu reduzieren, Freier abzuschrecken und verlässlichen Zugang zu Ausstiegsangeboten zu gewährleisten.
Neuhaus, die beim Bundesverband Nordisches Modell aktiv ist, forderte klare Schritte in der Sache. Sie sprach über Compliance-Regeln in Unternehmen, Migration in Nachbarländer, Steuern und kommunale Finanzen im Zusammenhang mit dem Modell. Das Nordische Modell biete, so ihre Überzeugung, einen wirksameren Ansatz, um Prostitution und ihre strukturellen Ursachen zu bekämpfen.
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