Wie ein betrunkener Schiedsrichter Bremens Kneipenkultur für immer prägte
Wie ein betrunkener Schiedsrichter Bremens Kneipenkultur für immer prägte
Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder sorgte 1975 im Bremer Weser-Stadion für Schlagzeilen – aus ungewöhnlichem Anlass. Sein skurriles Verhalten während des Spiels, darunter Grimassenziehen und ein falsches Halbzeitzeichen, brachte ihm den Titel „lustigster Schiedsrichter der Liga“ ein. Dennoch entwickelte er sich später zu einem der besten Unparteiischen Deutschlands und leitete 106 Bundesligapartien.
Der Vorfall nahm seinen Lauf, als Ahlenfelder – der vor dem Spiel ein Bier und einen Malteser-Likör getrunken hatte – von Werder Bremens Kapitän Horst-Dieter Höttges mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, betrunken zu wirken. Um den Alkoholgeruch zu übertünchen, wurde er mit einer kalten Dusche behandelt und mit Wick VapoRub eingerieben. Sein auffälliges Gebaren, zu dem auch das Anknurren von Trainern gehörte, führte schließlich dazu, dass er in der Halbzeitpause vom Spiel genommen wurde.
Der Vorfall ist längst Teil des Fußball-Folklore geworden und hat in Bremen ein besonderes Erbe hinterlassen: Bestellt man in den Kneipen der Stadt einen „Ahlenfelder“, erhält man ein Bier mit einem Schuss Malteser-Likör. Zudem eröffneten die Brüder des Schiedsrichters in seiner Ehre eine Kneipe namens „Ahlenfelder“ in der Nähe des Weser-Stadions. Die Tradition um dieses Getränk sorgt seit über 50 Jahren für Heiterkeit und Amüsement.
Ahlenfelders kurioser Auftritt im Weser-Stadion mag nur eine Fußnote in seiner Karriere gewesen sein – doch er prägte die Bremer Fußballkultur nachhaltig. Sein damals bizarre Verhalten lebt bis heute in den Kneipen der Stadt und in den Erzählungen der Fans weiter. So bleibt der „Ahlenfelder“ als Getränk und seine skurrile Geschichte unvergessen.
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